Zentralbank-Ton, Arbeitsmarkt & Konsum im Fokus – Davos liefert Nebengeräusche
Während in Davos politische und wirtschaftliche Eliten beim WEF diskutieren, richtet sich der Blick der Märkte auf handfeste Daten: Inflation, Konsum und Arbeitsmarkt stehen diese Woche im Vordergrund – ergänzt durch zahlreiche Reden von Zentralbankern.
Makro-Highlights im Überblick:
Dienstag, 20. Januar – UK-Arbeitsmarkt, Davos & Notenbank-Reden
- Claimant Count Change (UK): +17,9K (erwartet: +15,6K)
- Average Earnings: +4,7 % → leicht unter Vormonat, aber immer noch hoch
→ Lohnentwicklung bleibt robust – relevant für BoE-Politik - BoE Bailey, SNB Schlegel & Trump (WEF) sprechen
→ Potenzielle Schlagzeilen, aber meist ohne Marktimpact
Mittwoch, 21. Januar – CPI USA & EZB-Kommunikation
- US CPI y/y: +3,4 % (erwartet: +3,3 %)
→ leichte Überraschung nach oben – Disinflation pausiert erneut - EZB Präsidentin Lagarde spricht → Kontext: zuletzt wieder restriktiverer Ton
Einordnung:
Die leicht höhere US-Inflation könnte die Hoffnungen auf eine rasche Fed-Zinssenkung dämpfen – insbesondere vor dem Hintergrund robuster Lohndaten und resilientem Konsum.
Donnerstag, 22. Januar – US-Wachstum & Arbeitsmarkt
- US Final GDP Q4: +4,3 % (erwartet: +4,3 %)
- GDP Price Index: +3,8 % → keine Überraschung
- Jobless Claims: 209K (erwartet: 198K) → moderater Anstieg
- Core PCE (Okt): +0,2 %
→ Fed-Favorit zur Inflationsbeobachtung zeigt Stabilisierung auf erhöhtem Niveau
Interpretation:
Das Wachstum bleibt stark, Preisentwicklung moderat – Fed in Wartestellung, Märkte müssen Geduld mitbringen.
Freitag, 23. Januar – PMIs, Retail Sales & Konsumstimmung
- EU & UK PMIs (Manufacturing & Services):
- Frankreich: stabil
- Deutschland: leicht schwächer in der Industrie (47,8)
- UK: Services robust (51,7)
- US Retail Sales m/m: +1,2 % (!), Core: +1,0 %
→ deutliche Erholung des Konsums nach schwächerem Vormonat - UoM Consumer Sentiment: stabil bei 54,0
Takeaway:
Konsum bleibt Rückgrat der US-Konjunktur – ein weiterer Grund für die Fed, keine überstürzten Schritte zu setzen.
Fazit & Ausblick
- Disinflation stoppt erneut, getrieben von stabiler Nachfrage
- Wachstum bleibt hoch, Rezessionsängste sind aktuell unbegründet
- Zentralbanken behalten restriktiven Ton, auch wenn Märkte auf Lockerung hoffen
- Arbeitsmarkt zeigt erste Ermüdungssignale, aber noch kein Stress
Marktimplikationen
- Fed-Senkung im März? – nach den CPI-Daten weniger wahrscheinlich
- Aktien: Unterstützt durch Konsum & Wachstum – aber Bewertung spielt zunehmend Rolle
- Anleihen: Front-End leicht unter Druck, 10Y stabil
- USD: leicht fester nach CPI-Print
- Gold: Reagiert auf Realzins-Entwicklung – kurzfristig eher neutral


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