Inflation im Fokus – Konsumverhalten bleibt robust

Nach dem Jahresauftakt liefert diese Woche wichtige Hinweise auf die weitere Ausrichtung der US-Geldpolitik: Inflationsdaten, Einzelhandelsumsätze und regionale Konjunkturindikatoren geben Einblick in die Verfassung der Wirtschaft – insbesondere mit Blick auf das „Soft Landing“-Narrativ.


Makro-Highlights im Überblick:

Dienstag, 13. Januar – CPI & Konsum im Fokus

  • ADP Weekly Employment: +11,5K
    → Keine größere Überraschung, Arbeitsmarkt bleibt stabil
  • CPI-Daten (Monat & Jahr):
    • CPI m/m: +0,3 %
    • Core CPI m/m: +0,3 %
    • CPI y/y: stabil bei 2,7 %
      → Die Zahlen liegen im Rahmen der Erwartungen, signalisieren aber keine weitere Disinflation – ein „Stillstand“ im Desinflationstrend
  • New Home Sales: 716K
    → Robuste Nachfrage trotz höherer Zinsen

Mittwoch, 14. Januar – Retail Sales & PPI

  • Core Retail Sales m/m: +0,4 %
  • Retail Sales gesamt: +0,5 %
    → Überraschend stark – die US-Konsumenten bleiben widerstandsfähig
  • PPI m/m: +0,2 %, Core PPI: +0,2 %
    → Keine großen Preisüberwälzungen aus dem Produzentenbereich

Interpretation:
Inflation bleibt moderat, Konsum stark – das stützt die „Goldlöckchen-Erzählung“ (nicht zu heiß, nicht zu kalt), gibt der Fed aber keinen unmittelbaren Grund für Zinssenkungen.


Donnerstag, 15. Januar – Frühindikatoren

  • Unemployment Claims: 215K (leicht über Vorwoche, aber unkritisch)
  • Empire State Manufacturing Index: +0,8 (Erholung nach –3,9)
  • Philly Fed Manufacturing Index: –1,6 (nach –10,2)
    → Beide Frühindikatoren deuten auf eine leichte Stabilisierung im Industriebereich hin
  • UK GDP m/m: +0,1 % → besser als erwartet (–0,1 %)

Fazit & Ausblick

  • Disinflation stagniert leicht – Kerninflation bleibt klebrig bei 0,3 % m/m
  • Konsum stark – Risiko: zu viel Stärke könnte geplante Zinssenkungen der Fed verzögern
  • Industrie erholt sich langsam, kein klarer Rebound, aber auch keine Rezession
  • Arbeitsmarkt stabil, keine Anzeichen für Stress

Marktimplikationen

  • Fed-Szenario bleibt datadependent:
    Aktuell kein Anlass zur Eile – Märkte müssen sich auf spätere Zinssenkungen im Jahresverlauf einstellen
  • Anleihen: leicht unter Druck – besonders am kurzen Ende
  • Aktien: Bullen-Narrativ intakt, aber Vorsicht bei zu aggressiven Zinssenkungsfantasien
  • USD: stabil – keine neuen Abwertungsimpulse
  • Gold: leicht unterstützt durch CPI-Stagnation – mittelfristig weiter bullisch bei unveränderter Realzins-Erwartung

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