Zwischen Inflationsdaten, Fed-Signalen und dem Thanksgiving-Handel

Nach einer intensiven Phase geldpolitischer Kommunikation rückt diese Woche das US-Wachstum erneut in den Vordergrund. Vor dem Thanksgiving-Feiertag in den USA stehen mehrere wichtige Inflations- und Konsumindikatorenan – darunter PPI, PCE und das BIP für Q3.
In Europa dominieren dagegen die ifo-Daten und EZB-Kommentare von Präsidentin Lagarde.


🇩🇪 Montag, 24. November – ifo-Index enttäuscht leicht

Der ifo-Geschäftsklimaindex fiel auf 88,1 Punkte (Prognose 88,6; zuvor 88,4).
→ Die Stimmung in der deutschen Industrie bleibt damit gedämpft, insbesondere im Exportsektor.
Trotz leichtem Rückgang signalisiert die Datenlage Stabilisierung auf niedrigem Niveau – kein Absturz, aber auch keine Erholung.

Am Nachmittag spricht EZB-Präsidentin Lagarde (15:50 Uhr).
Marktteilnehmer achten auf mögliche Hinweise, ob die EZB ihre aktuelle „higher for longer“-Rhetorik im Lichte schwächerer Konjunkturdaten aufweicht.


🇺🇸 Dienstag, 25. November – Fokus auf US-Konsum & PPI

Vier Kernindikatoren liefern ein Update zur US-Konjunktur:

  • Core PPI m/m: –0,1 % (nach 0,7 %)
  • PPI m/m: –0,1 %
  • Retail Sales m/m: +0,6 %
  • Pending Home Sales: 0,0 %

→ Die Mischung aus sinkenden Erzeugerpreisen und stabilen Konsumausgaben deutet auf ein „Soft Landing“-Szenario hin.
Interpretation:

  • Nachlassender Preisdruck = Rückenwind für die Fed, 2026 Lockerungen einzuleiten.
  • Gleichzeitige Kaufkraftstabilität verhindert Rezessionssorgen – positiv für Aktien.

🇺🇸 Mittwoch, 26. November – US-Datenfeuerwerk vor Thanksgiving

Der Tag liefert geballte Konjunkturinformationen:

ZeitEreignisPrognoseVorwert
14:30 UhrUnemployment Claims220 k218 k
14:30 UhrDurable Goods Orders m/m+0,3 %+2,9 %
14:30 UhrPrelim GDP q/q (Q3)+3,0 %
14:30 UhrCore PCE Price Index m/m+0,3 %

→ Diese Kombination aus Arbeitsmarkt, Auftragseingängen und BIP wird entscheidend für die Einschätzung der US-Resilienz.
Bleibt der PCE-Wert moderat, könnte der Markt endgültig auf ein „dovish pivot“ im ersten Halbjahr 2026 setzen.

Am Abend folgt das ECB Financial Stability Review – relevant für EUR/USD und europäische Bankaktien.


🇯🇵🇩🇪🇨🇦 Freitag, 28. November – Globale Nachzüglerdaten

  • Japan CPI (Tokyo Core y/y): 2,7 % (nach 2,8 %) → leichter Rückgang, BoJ bleibt vorsichtig.
  • Deutschland Prelim CPI: –0,2 % (nach +0,3 %) → Inflationsdynamik flacht ab, EUR schwächer.
  • Kanada GDP m/m: +0,2 % (nach –0,3 %) → Stabilisierung nach schwachem Sommerquartal.

→ Zum Wochenschluss zeigt sich ein global gemischtes Bild, das auf eine weiter abkühlende, aber kontrollierte Inflationslandschaft hindeutet.


Aigenkapital-Fazit

Die Woche vor Thanksgiving ist typischerweise volumenarm – aber inhaltlich bedeutsam.
Besonders die Kombination aus US-PPI, Durable Goods und PCE liefert den Takt für die Jahresendrally.

Unser Bias: 🟩 Leicht bullish für Risikoassets
– Fed dürfte sich nach schwächerem PPI entspannt zeigen.
– Realzinsen fallen leicht, was Gold und Growth-Titeln zugutekommt.
– Volatilität (VIX) bleibt gedämpft – gute Voraussetzungen für eine ruhige Aufwärtswoche.


Asset-Ausblick

AnlageklasseTendenzKommentar
📈 US-Aktien (SPX/NDX)🟩 Bullishniedrige Volatilität, Soft-Landing-Narrativ
💵 USD-Index (DXY)🟨 NeutralPPI schwach, PCE entscheidend
🪙 Gold🟩 Leicht bullishRealzinsen sinken
🪙 BTC/ETH🟨 StabilVolatilität niedrig, Rangehandel
🇪🇺 Euro🟥 Schwachifo & CPI enttäuschend

Zusammenfassung

Während Europa weiter mit schwacher Dynamik kämpft, liefern die USA ein bemerkenswert robustes Bild.
Solange die Inflationsdaten im Rahmen bleiben, spricht vieles dafür, dass die Jahresendrally noch nicht beendet ist.
Risiken bleiben geopolitisch und datengetrieben – aber die Marktmechanik (Gamma, Liquidität, Sentiment) spricht aktuell klar pro Risiko.


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